… the ugly…

Ach die Verwaltung

September 3rd, 2010

Schon wieder Neuigkeiten aus dem scheinbar Endlos-Drama zwischen der Stadtverwaltung Würzburg und den Betreibern der Posthallen: mainpost.de

Interessant finde ich die Feststellung von Frau Dr. Hülya Bandak (neue Chefin der Bauaufsicht), dass  für Besucher der Posthallen Gefahr für Leib und Leben bestehen würde.

Bei so einer drastischen Aussage stellt sich mir dann schon die Frage warum es dann durch den Bereich Allgemeine Bürgerdienste überhaupt zu Genehmigungen kam…  Sollte diese “Gefahr für Leib und Leben” tatsächlich so groß sein, müsste da eigentlich jemand seinen Hut nehmen… Keine Angst Herr Hoffmann, ich will ihren Kopf gar nicht rollen sehen (auch wenn mich ihr Fachbereich durchaus etwas geärgert hat die letzten Monate). Die Tatsache, dass es in 3 Jahren Betrieb keine Zwischenfälle gab, die durch auf dem Papier vorhandenen Mängel begünstigt worden wären, spricht ja auch für sich. Und eigentlich auch für eine sorgfältige und realistische Einschätzung abseits von Paragraphen.

Das Thema Brandschutz amüsiert mich sowieso. Bühnenmaterialien sind normalerweise feuerfest und bei Geräten wo es kritisch werden könnte ist normalerweise auch immer ein Feuerlöscher vorhanden. Also wenn nicht gerade Rammsteins Benzinkanister explodiert sollte eigentlich nix passieren… Die größte Brandgefahr ist eigentlich der Gast… Tonnenweise Haarspray oder Aftershave; leicht entflammbare Kleidung; Feuerzeuge und (verbotene) Zigaretten; aber da kann man ja nix gegen machen…

Naja mal schauen wie lang das jetzt dauert bis der Umbau abgeschlossen ist… und ob dann vielleicht doch noch irgendwelche Stolpersteine kommen…

Den egal wie wichtige Sicherheitsstandards sind, das Vorgehen der Stadt wirkt auf mich entweder böswillig oder recht stümperhaft…

Selbstmord On Air

August 12th, 2010

Heute nachmittag wurde auf Twitter ein Selbstmord angekündigt… Inzwischen ist die Person wohl in Gewahrsam. Ob das alles ernst war… naja wie will man das schon herausfinden… aber jetzt geht’s bei Twitter wieder los…

Da treffen jetzt wieder Moralapostel auf Zyniker auf Gutmenschen… und auf Leute die davon genervt sind und gleich mal damit rumnerven wie sehr sie das alles nervt…

Meiner erster Gedanke als ich den betreffenden Tweet gelesen ging natürlich auch erst mal in die Richtung, “oh lass es bitte kein Scherz sein… ne doch bitte Scherz… oder doch nicht…” blöde Situation sowas… Wer selber mal in ner ähnlichen Situation war, oder Menschen sehr gut kennt die in ähnlichen Situationen waren oder zu Menschen ein Beziehung hatten die in einer solchen Situation waren und da nicht lebend rausgekommen sind, sieht das wahrscheinlich anders als so mancher unbedarfter Zyniker… Naja egal jetzt auch wenn’s ein Scherz war soll er sich dafür schämen und wenn’s kein Scherz war bekommt er jetzt ja hoffentlich auch die nötige Hilfe, dass er selbst einen Weg aus seiner Misere findet…

Zurück zu Twitter: Ja es ist geschmacklos und zynisch , sich jetzt bei Twitter Witze über Selbstmord  um die Ohren zu schmeißen! Aber ganz ehrlich,  diese Art Humor mag ich eigentlich auch am liebsten… Und wenn man dort seine Pappenheimer halbwegs kennt müsste man schon auch irgendwie wissen ob man sowas in seiner Timeline zu erwarten hat… Und wenn man überrascht wird… Dieser “Befehl” “Unfollow” ist gar nicht so schwer auszuführen… ist auf alle Fälle stressfreier als Nörgelorgien. Aber drüber muss sich ja auch keiner Aufregen (Unfollow)

Und ach ja kennt ihr denn schon… Sitzen 5 Emos in nem Zimmer…

In der Presse heißt es ja allgemein, Google hatte die deutsche Politik mit der “plötzlichen” Einführung von Streetview überrumpelt… Naja wenn man bei Einführung bis Jahresende und einer vierwöchigen Einspruchsfrist von überrumpeln spricht, sagt das schon einiges über die Flexibilität der deutschen Politikerkaste; Urlaub hin oder her…

Ist ja nicht so als ob das Thema nicht schon länger streitbar wäre und man sich da auf Regierungsebene auch ruhig schon in produktiver Art und Weise auseinandersetzen hätte können. Gesetze die die offenen Fragen klären könnten, müssten schon längst unterwegs sein. Zum einen, um verunsicherten Bürgern Klarheit zu geben und zum anderen hat auch Google Anspruch auf Rechtssicherheit; unabhängig von eventuell vor- oder abhandenen Sympathien für diesen Konzern. Schließlich wurde auch hier Geld investiert… Fairness muss auch für Datenkraken sein…

Abgesehen davon; die Hysterie die sich da gerade in der Bevölkerung breitmacht hätte ich mir bei vielen anderen Gelegenheiten gewünscht: Elektronische Gesundheitskarte, Kameraüberwachung öffentlicher Plätze, Vorratsdatenspeicherung, Netzsperren, ELENA, neuer Personalausweis und was weiß ich noch alles. Geht es um Photos von Häusern werden die Persönlichkeitsrechte und der Datenschutz beschworen, ansonsten regt sich kaum Widerstand. Nebenbei wird sich auch noch bei Payback und ähnlichem angemeldet und vielleicht auch noch der Einsatz von Körperscannern gutgeheißen.

Aber die Politiker sind ja auch keinen Deut besser. Gegen Photos Sturm laufen und den ganzen anderen Müll absegnen… Außer natürlich man ist in der Opposition, da ist man ja immer dagegen.

Ach ja und dann gibt es ja noch die Kategorie missgünstig. Also Menschen die es Google einfach nicht gönnen wollen, dass mit einer Idee Geld verdient wird… Aber auf diesen Kleingeist möchte ich jetzt gar nicht erst eingehen…

Sehr treffend fand ich diesen Tweet hier:

Widerspruchsformulare

Wer selber twittert kann ihm ja noch ein paar Sternchen dafür da lassen…

Hab gerade den Liveticker von SPON zur Trauerfeier für die Opfer der Loveparade gelesen; naja stimmt nicht ganz, bin eigentlich nur bis zur Anspreche von Frau Kraft gekommen und musste mich schon wieder furchtbar aufregen… “das Wertesystem überdenken”, “der Mensch muss zur Leitlinie des Handelns werden”, “gemeinsame Verpflichtung”.

Vielleicht meint sie mit diesem Umdenken ja auch das der Stärkere auf den Schwächeren aufpasst… ihn beschützt und aufhilft wenn er selbst dazu nicht in der Lage sein sollte… Wäre ja schön… aber wo soll es denn herkommen… Es wird einem ja jeden Tag vermittelt, dass man sich auch Teufel komm raus durchsetzen muss. Wer sich zuviel um andere sorgt, bleibt meistens auf der Strecke, gesellschaftlich wie meistens auch seelisch; und muss sich dann nicht selten auch noch anhören, man sei ja selber schuld, wenn man nicht genügend auf sich geachtet hat und sich immer nur um andere gekümmert hat. Diese Predigen kommen dann von Freunden, Familie und auch gerne mal vom Sachbearbeiter bei Arbeitsamt oder ARGE.

Man wird doch schon von klein auf darauf getrimmt sich durchzusetzen; ok in meiner Kindheit war, dass noch nicht so schlimm, aber wenn ich überleg welcher Druck jetzt schon teilweise in der Grundschule aufgebaut wird, ist es einfach nur noch besorgniserregend. Bis auf in den “sozialen Randschichten” gibt es kaum noch Familien die sich mehr als ein Kind leisten wollen oder können. Wo kann man denn als Kind besser lernen wie wichtig es ist sich sinnnvoll einer Gemeinschaft unterzuordnen, wie wichtig und notwendig auch Verzicht ist und dass man eben nicht alles haben kann, weil da noch andere sind… Fast nur noch verwöhnte Bälger auf den Straßen unterwegs… zumindest wenn das so weitergeht…

Die Politik ist ja in weiten Teilen auch kein Vorbild, wenn man mal von der gelegentlichen Forderung nach einem Wandel in der Gesellschaft einmal absieht. Die Konsolidierung der Staatshaushalts wird in größten Teilen auf dem Rücken deren ausgetragen die sowieso am wenigsten haben;

Der Großteil der Gesellschaft findet’s nicht so schlimm… Hauptsache mich erwischt es nicht… Was wohl auch der einzige Gedanke in den Köpfen der meisten war, die heute vor einer Woche daran beteiligt waren, dass 21 Menschen den Tod gefunden haben…

Nein, das ist kein Schuldvorwurf und mir ist auch klar das man das auch nicht miteinander Vergleichen kann; oder sollte.

Aber wie will ich von einer Gesellschaft in der man doch bei relativ banalen Sachen wie Geld keine Rücksicht zeigt erwarten, dass man sein Leben riskiert um andere zu retten…

Und meine Gedanken sind jetzt gerade im Moment bei denen die versucht haben andere zu retten, dabei eventuell auch selbst verletzt wurden und leider keinen Erfolg damit hatten…

“Ein Mann kommt von seiner Arbeit heim… ” so fängt nicht nur der an sich bekanntest Song von Superpunk an sondern auch mein persönliche Mischung aus Amüsement und blanken Entsetzen. Wie soft starte ich meinen PC, öffnen meinen Browser und klicke mich durch die für mich üblichen Internetseiten, zu denen auch Spiegel Online gehört. Beim Lesen des Artikels “CSU-Ministerin macht Spiele und FDP für Missbrauch verantwortlich” (von Christian Stöcker) überkommt mich zuerst ein hysterischer Lachanfall der dann fast in bitteren Tränen endet… so fassungslos stand ich konsequenter Ignoranz schon lange nicht mehr gegenüber.

Jetzt mal nur kurz zusammengefasst (die intensive Lektüre des Artikels wird empfohlen, allerdings sollte man sich hinsetzen) :

Schuld an den Missbrauchsfällen von Ameland tragen:

- Die FDP!!! Hä?! Ach so… weil sie nix gegen Kinderpornografie machen… Weil wenn man schon nicht löschen kann (?) muss man ja wenigstens sperren… Man kann scheinbar schon löschen, allerdings scheinbar nur nicht wenn man für das BKA arbeitet… der eine oder andere Arbeitskreis scheint das ja hinzubekommen, Staatsbeamte scheinen daran zu scheitern…

- Killerspiele!!! Hääää!!! Auch wenn sich das vielleicht etwas zynisch anhört… Die Kinder leben doch noch… oder wurden da jetzt auch welche erschossen oder mit Schwertern und Äxten niedergemetzelt…

Auf alle Fälle gibt sich die bayrische Justizministerin doch einiges an Mühe, so etwas wie ein Sommerloch gar nicht erst aufkommen zu lassen. Hoffe ich zumindest; sollte das ernst gemeint sein sollte sich die bayrische Staatsregierung dieser Frau schnellstmöglich entledigen… Eigentlich müsste ihr ja klar sein, dass sie da ne Menge gequirlten Mist verzapft. Aber da wird im Artikel ja eigentlich schon genug darauf eingegangen…

Warum ich jetzt dann hier der Meinung bin meinen Senf hier lassen zu müssen… Im SPON-Forum wird natürlich wieder eifrig zu diesem Thema diskutiert, und natürlich auch schon die üblichen Tiraden auf eine offentsichtlich scheinbar unfähige Politikerin abgelassen… Auch gibt es schon ne Ganze Menge Ansätze zur Frage, wer oder was da jetzt eigentlich schuld daran hat.

Gerne ist es ja die Gesellschaft die in ihrer Gesamtheit attackiert wird (ist ja auch ziemlich einfach; die Gesellschaft sind ja immer alle anderen bis auf man selbst), die Kuschelpädagogik der 68er und was den 0815-SPON-Foristen halt noch so einfällt. Auch einige sinnvolle Feststellungen sind dabei…Nicht falsche Erziehung sondern Mangel an Erziehung; bzw.  der fehlende Willen von Eltern sich mit ihren Kindern auseinanderzusetzen…

Das kann ich soweit schon mal unterschreiben, aber das Problem geht tiefer, vor allem wenn es um Medienerziehung geht. Sicher kann sich kein Erziehungsberechtigter rausreden, wenn er seine Kinder unbeaufsichtigt und unreflektiert vor den Fernseher lässt, bzw. an die eigene Videosammlung vor allem nicht wenn sich darin Horror- und Erotikmaterial befindet), aber das Internet… Da ist so mancher deutlich mit überfordert. Ist ja auch nicht jeder mit Computer aufgewachsen… so wie die Kinder von heute… die werden ja auch noch in der Schule dafür fitgemacht… und die Eltern? Die bleiben zumeist auf der Strecke… Wenn man seinen 14-jährigen Sohn fragen muss ob er einem helfen kann, Filtersoftware für dessen kleine Schwester zu installieren… da ist wohl klar des den 14-jährigen niemand mehr kontrollieren kann…

Aber das Drama geht ja zum Teil auch in der Schule weiter… mir sind an Schulen schon derartig dilettantisch installierte und konfigurierte Jugendschutzsysteme begegnet… Da ist so mancher Lehrer schon schwer erschrocken, wenn man ihm demonstriert hat wie leicht die Kinder da bei der freien Arbeit  trotzdem auf unangebrachte Inhalte stoßen können, auch ohne dass explizit danach gesucht wurde.

Ich muss auch eingestehen, dass ich meine Kenntnisse in diesem Bereich auf keinen Fall als fortgeschritten bezeichnen würde… aber schon nach einer Woche wurde ich in der Schule die mich momentan beschäfftigt mit Fragen aller Art zum Thema Computer bombadiert… weil ich einen Lehrer mal auf die Idee gebracht habe, “schon mal Linux von CD gestartet”!

Mein Vorschlag: Jede Schule sollte Zugriff auf Medienpädgogen mit ausreichender Fachkenntnissen haben. Vor allem auch ausreichend Zugriff!!! Und diese Fachkräfte könnte man auch einsetzen um Eltern Unterstützung zukommen zu lassen, wenn sie Probleme haben die Computeraktivitäten ihrer Kinder zu kontrollieren. Obwohl eigentlich sollte man direkt auf die Eltern zugehen… sie dazu drängen diese Hilfen anzunehmen… Eigeninitiative ist leider bei vielen nicht wirklich zu erwarten, bzw. dort wo Eigeninitiative vorhanden ist, wird sich ja meistens sowieso um solche Themen gekümmert.

Klar wird das Geld kosten… aber wir geben ja auch für Griechenland und Banken Geld aus.. oder Sommerloch füllende Ministerinnen… aber hierfür würde es sich wirklich lohnen… und arbeitslose Informatiker hätte wir dann auch ein paar weniger…

Defendor

Juli 14th, 2010

Superheldenfilme sind ja in den letzten Jahren ziemlich inflationär auf den Markt geworfen worden. Nachdem der Hype mit X-Men losgetreten wurde, kamen aber leider nicht nur gute Filme/Umsetzungen des Genres “Superheld” auf den Markt. Bei den Spidermanfilmen beispielsweise habe ich mich mehr über die ganzen Ungenauigkeiten, Fehler und viel zu früh sterbenden Superschurken geärgert, als dass ich mich über den eigentlich recht unterhaltsamen Film amüsieren konnte. War halt als Kind Die-Hard-Fan… sowas kann ja nie gut gehen…

Aber jetzt zum eigentlichen Thema: Defendor

Wer genaueres lesen will vielleicht hier, ich werde hier jetzt nur mit ein paar Phrasen um mich werfen…

Erstmal: Toller Film… unterhaltsam… schräg.. ein bißchen witzig… ein bißchen dramatisch…

Zweitmal: Ein Zurückgebleibener hält sich für einen Superhelden und bekämpft das Böse mit Murmeln, Wespen und einem Knüppel… Die Sprüche die er von sich gibt sind dermaßen abgedroschen, dass einem zu Beginn nicht unbedingt sofort auffällt, das hier nicht gerade der Hellste am Werk ist… was uns das über Superhelden und ihre Floskeln jetzt im allgemeinen sagen will, lass ich mal jeden für sich selbst entscheiden…

Drittmal: Die Schauspieler sind klasse… Woody Harrelson in der Hauptrolle ist ein einziger Genuß, wie eigentlich immer wenn er jemanden verkörpert der “niad ganz beiananda is” (Kingpin, Wag The Dog). Sandra Oh kann zum Glück ein bißchen mehr als so zu tun als würde sie Menschen aufschnippeln und Kat Dennings hat mich schon in “Nick & Norah – Soundtrack einer Nacht” verzaubert. Obwohl verzaubert bei der Rolle als cracksüchtige Hure irgendwie nicht so ganz paßt….

Viertmal: Der Film sollte ganz schnell “Auf den ersten Blick” als Standardfilm in Sonderpädagogikfilmseminaren ablösen… Ein geistig Behinderter Mann mit geistiger Behinderung beim Flüchten in seine Alternativwelt zu beobachten, halte ich persönlich für deutlich interssanter, als den eishockeyspielenden blinden Masseur der dann auf einmal sehen kann…

Fünftmal: Musik ist mir im Film nicht aufgefallen… bis zum Schluß:

Metric – Help I’m Alive… Wie ein Hammerschlag mitten in die Fresse zum Schluß

Für mich wären das jetzt genügend Gründe den Film anzusehen, aber ich hab ihn ja auch schon gesehen und finde ihn toll… das Einzige was mich ein bißchen in den Wahnsinn treibt ist die Synchronstimme von Sandra Oh; Ist nicht die, die sie sonst hat, aber ich kenne sie irgendwoher… wüßte ich nur woher… wenn jemanden was auffällt bitte melden…

Das in den Kellern von Standard und Pleicher Hof seit Montag Stille eingekehrt ist, weis ja inzwischen eigentlich schon jeder…

Das sich ein Sturm der Entrüstung im Gästebuch der Homepage der Stadt Würzbur entlädt vielleicht ja auch… Wer sich das noch nicht angeschaut hat, sollte es nachholen… es ist schon recht imposant.. zum Teil zwar zugegebenermaßen auch unsachlich, aber imposant… Nicht imposant ist bisher der Umgang der Stadt mit diesen Postings, da konkrete Antworten an die Nutzer der Seite nach wie vor auf sich warten lassen… ebenso wie Stellungnahmen (bisher ganze 2) die über Floskeln hinausgehen…. Dort wurden auch schon einige Theorien gesponnen was denn wirklich hinter der Maßnahme des Fachbereichs Allgemeine Bürgerdienste steht:

So mancher sieht ein “Discomafia” am Werk, die Konkurrenz loswerden will… halte ich insofern für ein kleines bißchen abwegig, da sich das Publikum im Pleicher Hof nur relativ gering mit dem Publikum der “Discomafia”-Veranstaltungsorte überschneidet… und auch wenn jetzt heimatlos geworden, wohl eher nicht dorthin ausweichen wird…

Andere Vermuten gelangweilte aber übereifrige Nachtportiers benachbarter Hotels oder in der Nähe wohnende BIWA-Aktivisten als treibende Kräfte…

Oder ist es tatsächlich nur der nicht zu unterdrückende Wunsch nach Recht und Ordnung zu streben, der den Deutschen ja so gerne nachgesagt wird…

Möchte zwar jetzt nicht behaupten, ich würde die tieferen Beweggründe der Stadverwaltung kennen, jedoch erscheint mir letzteres als eher unwahrscheinlich. Den Pleicher Hof gibt es in seiner jetzigen Form seit 5 Jahren. Es erscheint mir doch sehr unwahrscheinlich, dass niemand in der Verwaltung bis vor wenigen Monaten bemerkt haben will, was in dieser Lokalität “vor sich geht”.

Also bleibt nach wie vor die Frage: Warum gerade jetzt? Man hätte wahrscheinlich einfach nur die Auswirkungen des Rauchverbots abwarten müssen…

Ich könnte mir vorstellen, dass es so manchem Menschen in der Stadverwaltung gar nicht so gut gefallen hat, dass sie sich nicht mit der Einführung einer Sperrstunde bei einflussreichen Persönlichkeiten beliebt machen konnten… Vielleicht ist das ja jetzt ein Versuch sich bei diesen anzubiedern… “Schaut her, wir machen was für euch!”

Oder war es gar keine Eigeninitiative und der Druck auf die Verwaltung etwas gegen diese ständigen Unruheherde zu unternehmen ist so groß geworden, dass jedes Mittel recht war den vermeintlichen Lärm im Keim zu ersticken…

Oder vielleicht haben ja Unfälle mit Personenschaden in den letzten Wochen in diesen beiden Lokalitäten die Verwaltung dazu bewogen zum Schutz der Bürger einzugreifen; Nee stop… kann jetzt nicht fürs Standard sprechen aber der einzige der sich die letzten Wochen im Pleicher verletzt hat war wohl ich… aber auch nur weil ich dann doch ein bißchen zu tollpatschig bin um nicht jedesmal wieder gegen irgendwelche Tische zu laufen…und ich sagte tollpatschig nicht betrunken ;-)

Die Lärmbelästigung durch Musik aus dem Keller oder auch die hohe Lautstärke im Keller können es auch nicht gewesen sein… Ein Limiter verrichtet dort schon seit längerem sein lärmbegrenzenden Dienste… Die Beschwerden man sei zu leise kamen von Gästen deutlich häufiger als man sei zu laut… an eine zu Zu-Laut-Beschwerde kann ich mich schon fast nicht mehr erinnern. Aber davon hätte man sich vielleicht mal persönlich überzeugen müssen… Auch Polizeiwagen die vor dem Haus halten, ihre Fenster runterkurbeln und dann wieder weiterfahren halte ich da nicht für verlässliche Informanten…  Aber scheinbar befanden es die Ordnungshüter nicht nötig einzugreifen… Was gegen eine exorbitante Lärmentwicklung durch den Pleicher Hof spricht… Interessanterweise kamen diese Streifenfahrten meist nachdem ein größere Gruppe Mernschen den Pleicher Hof auf ihren Weg vom oder zum Eck Zauberberg/Boot passiert hatte… Zufall… Wohl eher nicht… Dem Pleicher Hof ist es, wider meines persönlichen Erwartens, erstaunlich gut gelungen seine Gäste zu disziplinieren, bzw. potentielle Störenfriede des Platzes zu verweisen… Und dafür brauchte es nicht mal hochbezahlte Profisecurities in gelben Westen, sondern einfach nur engagierte Gäste und pflichtbewußtes Personal mit einem guten Händchen für die menschlichen Befindlichkeiten… Die sind dann übrigens nicht mehr da, wenn alkoholgeplagte Nachtschwärmer künftig ihre Zwischenstopps einlegen um entweder auf den Treppen zu verweilen oder die Beete des Maritim zu düngen… Oder frühs um 5 den Gehsteig zu kehren, obwohl ein nicht geringer Teil des Schmutzes deutlich erkennbar nicht von den Gästen des Pleicher Hofes stammte…

Also warum denn jetzt eigentlich? Warum wird der Inhaber des Pleicher Hofs zur Aufgabe gezwungen (jaja ich weis niemand zwingt ihn den Laden zu schließen, aber man muss kein Hellseher sein um zu erkennen das nur Kneipe und Biergarten den Betrieb nicht tragen können)?

Liegt es wirklich nur an der fehlenden Tanzkonzession? Wofür ist die überhaupt wichtig? Kann das jemand erklären? Habe da ein bißchen Probleme was Konkretes zu finden…  Aber eigentlich ist es ja auch egal… so oder so: Die Stadtverwaltung macht hier auf alle Fälle keine gute Figur; entweder braucht sie viel zu lange (immerhin über 5 Jahre) um zu erkennen das ein unkorrekter Sachverhalt vorliegt, der eventuell die Kundschaft und/oder Angestellten der Betriebe gefährden könnte oder es war alles soweit in Ordnung, dass man keine Veranlassung sah einzugreifen und hat dann jetzt “andere Gründe” gefunden.

Im einen Fall müsste sich die Stadt vorwerfen lassen schwerst fahrlässig gehandelt zu haben, im anderen Fall stellt sich die Frage was, bzw. wer denn jetzt dahintersteckt, dass ein Handeln unbedingt nötig ist.

Ein einfaches, “so steht es im Gesetz, Verordnung und sonstwond wir machen das jetzt einfach” will ich hier nicht gelten lassen, bei aller Rechtsmäßigkeit… Dafür werden in dieser Stadt seit Jahren nahezu überall viel zu viele Ausnahmen gemacht, bzw. Augen zugedrückt… Auch ungeschrieben Regeln sind irgendwo Regeln (das könnte vor allem eine DiscoMAFIA ;-) bestätigen), und auch ungeschrieben Regeln sollte man nicht einfach von heute auf morgen ändern nur, weil einem das Spiel so nicht mehr passt… das ist dann doch ein bißchen zu sehr Kindergarten… Und für Kindergartenmethoden steht hier einfach zuviel auf dem Spiel: Die Existenz eines engagierten Clubbetreibers, die Jobs einiger Studenten, die jetzt finanziell in echte Probleme kommen könnten, wodurch auch ihre Ausbildungen gefährdet sein könnten und Hell Yeah ein bißchen Vielfalt für diese Stadt die inzwischen eh schon viel zu arm an Kanten geworden ist…und was man vielleicht auch nicht vergessen sollte… Eventuell gibt’s da ja auch noch ein paar Darlehen die im Falle einer Insolvenz.. naja… Bierbrauer verdienen an dem Laden auch nicht mehr… und Steuereinnahmen gehen der Stadt dann auch noch flöten…

Es muss doch wohl möglich sein den Betrieb des Pleicher Hofs in der bisherigen Form fortzuführen und sich bei den Auflagen irgendwie einig zu werden… Auch in finanzieller Hinsicht muss man sich da, in meinen Augen, den Gegebenheiten ein bißchen anpassen…

Zum Abschluss für heute… Inzwischen haben ja auch schon manche Grablichter vor dem Pleicher Hof aufgestellt… gestern ist mir dort eine junge Dame begegnet die zwei Zettel dazu angebracht hat… es spricht mir aus der Seele… und ich hoffe in ihrem Sinne, auch in meinem und wahrscheinlich auch im Sinne von vielen anderen, dass sich das drohende Ende noch abwenden lässt… und falls nicht, dass es nicht zu lange dauert bis sich  in dieser Stadt eine “echte” Alternative zu diesem Kleinod der Würzburger  Clubkultur entwickeln kann… Am besten bevor die dazugehörige Szene nach Berlin, Hamburg oder Köln auswandert…

Trauer

Trauer und Wahrheit

Und jetzt noch mal zum Standard… Finde das auch dort ein Unding… Kenn da die Hintergründe allerdings nicht ganz so gut, da ich nun mal eher ein Stammgast des Pleicher Hofs war bin, als des Standards… Aber man muss auch sagen dass es sich für das Standard nicht so dramatisch auswirken wird wie für den Pleicher Hof… Das Standard hatte sich ja sowieso eher als gemütlich Kneipe mit gutem Essen etabliert nicht nicht in erster Linie als “Partykeller”. Insofern wird man dort von diesen Verboten nicht so hart getroffen werden… bleibt zumindest zu hoffen…

Schade ist es trotzdem…

Tja, im Moment ist zwar die Auszählung noch nicht beendet, aber es zeichnet sich trotzdem inzwischen ein klarer Sieg für die Befürworter des totalen Rauchverbots ab…

Was heißt das jetzt für die Zukunft…

Was wohl ziemlich sicher ist, dass die Lärmbelästigung in den Innenstädten wieder zunehmen wird…

Einige Gastronomiebetreiber müssen sich wieder verstärkt sorgen um ihre Existenz machen…

Im Winter werden wieder Heizpilze die Umwelt verpesten, oder diese Scheußlichkeiten werden endlich verboten und die Raucher werden sich diesen Winter öfter erkälten als sonst…

Der Zigarettenkonsum und damit auch entsprechende Steuereinnahmen werden zurückgehen…

Die Menschen werden gesünder leben und dadurch älter werden und gleichzeitig mehr Kosten im Gesundheitswesen produzieren; denn ganz ehrlich auch wenn’s etwas makaber klingt: Es gibt nichts angenehmeres für Sozialkassen, als früh versterbende Raucher; zumindest besser als jemand der bis 104 im Pflegeheim liegt…

Positive Effekte… gut die seh ich jetzt aus meiner persönlichen Sicht nicht so wirklich, da können sich andere drüber auslassen… Beim Essen hat mich auf alle Fälle seit der Gesetzesänderung keine Zigarette gestört, und wenn ich krank war und mich deswegen von Qualm fernhalten wollte hab ich auch immer einen Platz im Nichtraucherbereich gefunden, dem Hauptraum wohlgemerkt…

Gut es wird sich zeigen wie sich dass jetzt weiter entwickelt… inkonsequent find ich das alles dann aber schon ein bißchen… Konsequenter Nichtraucherschutz würde bedeuten das Rauchen im gesamten öffentlichen Raum zu verbieten…

Oder ist das vielleicht schon in Planung…

P.S.: Richtig schlimm find ich aber, dass ich zum ersten mal seit ich mich mit Politik auseinandersetze, Sympathien für die bayrische Staatsregierung hege… Jetzt seht ihr mal, was ihr wirklich angerichtet habt…

Owl City – Ocean Eyes

Februar 20th, 2010

Tja, da hab ich mich mal wieder auf ne falsche Fährte locken lassen… beim Zappen über das (zugegebenermaßen) tolle Fireflies gestolpert, und mich wie wahrscheinlich auch  viele andere gefragt ob The Postal Service vielleicht mal wieder ne Platte rausgebracht hat. Haben sie leider nicht. Owl City können da dann leider doch nicht mithalten; zu brav, zu gewöhnlich und dann letztendlich doch zu glatt… Diese Magie kommt einfach nicht zu stande; Ocean Eyes ist eigentlich auch recht nett anzuhören; Meine persönliche Favoriten wären da The Bird And The Women, Dental Care und klar; Fireflies; aber… naja; bleibe trotzdem relativ unbefriedigt zurück…

Sicherlich kein Fehlkauf, ausser man erhofft sich Methadon für The Postal Service…

Deswegen jetzt doch lieber wieder im Original…

Schon wieder ein 1.1. und die dazugehörige Hysterie des gestrigen Tages… Umarmungsorgien um kurz nach 12 mit den ganzen Menschen die man gerne hat sind eigentlich noch das Schönste an so nem Abend und eigentlich auch das Einzige was dem ganzen noch einen Hauch an Berechtigung gibt… ansonsten… gibt deutlich besser geeignete “Daten” um ein “Neues Jahr” einzuläuten als sich daran gewöhnen zu müssen, dass man jetzt ne andere Jahreszahl ans Datum hinten dran setzen muss: Ne Diagnose vom Arzt… das Ende einer Beziehung… Verlust des Arbeitsplatzes… neuer Job… Umzug… und  noch ne ganze Menge anderes… Das mit dem “Neuen Jahr” gestern war wohl einfach nur mal wieder ein Grund Unmengen von Alkohol zu konsumieren und der Welt zu zeigen wie egal der Mensch doch diesem Brocken “Erde” eigentlich sein müsste…

Obwohl… etwas hat sich gestern tatsächlich geändert… zumindest für Würzburg… Der anpruchsvolle Film und damit das Corso hat in Würzburg wohl (hoffentlich nur vorerst) sein Ende gefunden… ob das “Denckler-Kino” oder das Kult im Sommer das auffangen können bleibt zu bezweifeln und ins Casablanca isses halt doch ein bißchen weit… Aber auch hier gilt eigentlich das Selbe wie schon  für das akw! und das Immerhin… eine Stadt bekommt die kulturelle Szene die sie sich verdient… und wenn dem überwiegenden Teil der Bevölkerung das egal ist, muss halt der interessierte Teil der Bevölkerung darunter leiden… aber das ist ja auch sonst fast immer so…

Man kann nur hoffen das mit den oben erwähnten Institutionen nicht auch das Engagement gestorben ist und dass sich vielleicht noch etwas in den kulturellen Ruinen dieser Stadt regt, dass man vielleicht auch einfach mal wieder zum nörgeln aufhören könnte…

Das wäre doch mal ein guter Vorsatz…

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